Holzminden im Wandel der Zeit

Die Kreisstadt Holzminden liegt im südlichen Niedersachsen an der Weser. Die Stadt hat mit den eingemeindeten Sollingorten Neuhaus, Silberborn und Mühlenberg ca. 24.000 Einwohner.

Ihr Name ist abgeleitet von der hier in die Weser mündenden Holzminde, welches Waldbach bedeutet.

Holzminden wurde um ca. 1200 (Stadtrechtsbestätigung 1245) durch die Grafen von Everstein neben deren Burg an der Weser gegründet. Von 1408 an gehörte die Stadt den Welfen, seit dem frühen 16. Jahrhundert zu deren Wolfenbütteler Linie (seit 1815 unter der Benennung Herzogtum Braunschweig, 1918 bis 1941 Freistaat Braunschweig).

Im Dreißigjährigen Kriege wurde Holzminden 1640 von kaiserlichen Truppen zerstört und erholte sich davon nur langsam.

Bis ins 20. Jahrhundert war es im wesentlichen eine Ackerbürgerstadt mit zahlreichen Handwerkern und einigem Handel.

Im 18. Jahrhundert erlebte Holzminden, besonders durch die Bemühungen des Oberjägermeisters Johann Georg von Langen, mit der Gründung des Eisenwerks und anderen Gewerbezweigen einen Aufschwung.1831 wurde hier die älteste Baugewerkschule Deutschlands gegründet (heute die Fachhochschule Hildesheim-Holzminden, Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen). Infolge von Reformen wurde die Stadt 1832 Sitz der Verwaltung des Kreises Holzminden. 1865 erhielt die Stadt Bahnanschluß.

Während einst die bodenständige Verarbeitung von Holz und Sollingsandstein eine beträchtliche Rolle spielte, sind es heute verschiedenartige Industrien. Schon 1874 wurde die Geruchs- und Geschmackstoff-Firma Haarmann & Reimer gegründet, in welcher das künstliche Vanillinaroma erfunden wurde. Dazu kam in der gleichen Branche das Dragoco-Werk. Im Jahr 2002 fusionierten die beiden Firmen zu dem Unternehmen Symrise.

In der Literatur ist Holzminden bekannt durch Wilhelm Raabe (1831 bis 1910), der hier Kindheitsjahre verlebte und dessen Erzählungen teilweise hier spielen