Die Jugend von heute
Schön, dich hier zu sehen ?
Hinter diesem QR-Code verbergen sich eine Erklärung und die pädagogische Aufarbeitung zu der Kampagne, auf die Du aufmerksam geworden bist!
Projektverantwortlich ist Julia Rentziehausen als Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt Holzminden. Frau Rentziehausen ist für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Stadtgebiet von Holzminden zuständig – aus dieser Aufgabe und dem Blickwinkel entstand die erste Idee für das Projekt.
Junge Menschen fühlen sich oft vorverurteilt und bekommen kaum die Chance dieser Vorverurteilung etwas entgegenzusetzen. Ganz allgemein scheint die gesellschaftliche Sicht auf Jugendliche überwiegend negativ zu sein. Wird diese negative Sichtweise jedoch auch anders betrachtet, zeigt sich häufig ein anderes Bild. Aktuelle Forschungen zeigen, dass sich über 50 Prozent der jungen Menschen zwischen 14 und 17 Jahren freiwillig in der Gesellschaft engagieren, damit bereit sind Verantwortung zu übernehmen und etwas zum gesellschaftlichen Zusammenleben beizutragen.
Aus dieser Situation heraus, entwickelten Julia Rentziehausen und Alina Niemeyer (Kooperationspartnerin der Kreisjugendpflege des Landkreises) gemeinsam mit Jugendlichen ein Projekt, welches Erwachsene zum Hinterfragen eigener Vorurteile angeregt und jungen Menschen einen Platz in der Gesellschaft gibt.
Die Idee war es eine "proJugend"- Kampagne unter dem Namen "die Jugend von heute..." zu starten, welche nun landkreisweit – auf Plakatwänden, Bauzäunen u.a. – zu sehen ist.
Auf den Plakaten und Bauzäunen, die in Stadt und Landkreis Holzminden verteilt sind, sind Zitate von Jugendlichen abgedruckt, welche sie im Alltag von Erwachsenen hören. Gleichzeitig ist eine Antwort der Jugendlichen formuliert.
Beteiligt an dem Projekt wurden die Jugendlichen im ganzen Landkreis Holzminden zum Beispiel über ihre Schulen, ich Jugendzentrum und eine Onlineumfrage.
Diese Zitate sind nun unverändert abgedruckt – wir haben sie nicht verändert um jungen Menschen eine Stimme zu geben und sie ernst zu nehmen.
Hier noch einmal genauer die Ziele dieses Projektes:
- Die Beteiligung von Jugendlichen in Stadt und Landkreis Holzminden unterstützen und stärken
- Jugendliche lernen mit Vorverurteilungen umzugehen und können sie im Alltag ausgleichen
- Jugendliche haben eine Stimme
- Jugendliche bekommen einen echten akzeptierten Platz in der Mitte der Gesellschaft und werden nicht von Orten "vertrieben"
- Erwachsene lernen "es sind nicht alle so/gleich"
- Erwachsene lernen "ich war ja auch mal jung"
- Menschen in Politik und der Verwaltung werden (noch mehr) für Anliegen von Kindern und Jugendlichen sensibilisiert
- Jugendliche und Erwachsene bekommen die Möglichkeit mit einander ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren und voneinander zu lernen
Im Folgenden werden die entstandenen Plakate aufgegriffen
„Nicht alle machen Scheiße, es gibt halt Leute, die schon in der Scheiße aufgewachsen sind“
Bei dieser Aussage wird deutlich, dass viele Jugendliche – so wie auch viele erwachsene Menschen – schon im Elternhaus bzw. im Aufwachsen negative Erfahrungen gemacht haben. Ohne dies als Rechtfertigung zu sehen, stecken sehr viel Wahrheit und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse in dieser Aussage. Das Elternhaus und auch die Gesellschaft, in der wir aufwachsen, formen uns unglaublich stark, ohne, dass wir diesem etwas entgegensetzen können. Vernachlässigung, Gewalt und Überforderung oder psychische Belastungen im Elternhaus hinterlassen genau so Spuren, wie sexuelle Belästigung oder Missbrauch im Kindes- oder Jugendalter.
Wichtig ist zu wissen und wahrzunehmen, jeder Mensch geht anders mit bestimmten Erlebnissen um und kann sie besser oder weniger gut ausgleichen. Sich dieses bewusst zu machen, kann dabei helfen, Vorverurteilungen entgegenzuwirken.
„Mir hat keiner vorzuschreiben, wen ich liebe und wer ich sein will!“
In einer Welt voller Chancen und Möglichkeiten ist es nicht immer leicht, sich zu entscheiden und den geeigneten Weg für sich zu finden. Egal, ob im Beruf, in der Freizeitgestaltung oder in der Liebe gibt es unzählige Optionen. Besonders in dem Bereich der Liebe und Selbstverwirklichung ist es schwer in der Öffentlichkeit Akzeptanz zu finden. Aus pädagogischer Sicht ist es verständlich, dass es für einige Menschen schwierig sein kann, Andersartigkeit zu verstehen und Diversität als Chance zu begreifen.
Die Frage, die man sich jedoch stellen sollte ist, ob man Chancen verbauen sollte, nur weil es eventuell herausfordernd werden könnte?
Egal, welches soziale oder sexuelle Geschlecht, welche sexuelle Orientierung oder welche Glaubensrichtung und Nationalität – alle Menschen haben die gleichen (Menschen-)Rechte und diese müssen anerkannt werden.
„Respekt ist keine Einbahnstraße“
Aber mal von vorne…was bedeutet eigentlich Respekt?
Wenn sich zwei Personen respektieren:
- akzeptieren sie, dass sie verschieden sind
- reden miteinander offen und ehrlich
- sind höflich zueinander
…soweit so gut…
Ein häufiges Vorurteil, das Jugendliche immer wieder hören ist, dass sie besonders Menschen, die wesentlich älter sind als sie selbst, keinen Respekt erweisen, da sie nicht grüßen.
Ein offensichtlich erscheinender Streit zwischen Generationen. Die Antwort „Respekt ist keine Einbahnstraße“ lässt das offensichtlich Erscheinende jedoch etwas anders aussehen. Können Erwachsene sich wirklich davon freisprechen, dass sie sich in jeder Situation respektvoll gegenüber Jugendlichen verhalten, sie nicht vorverurteilen oder wegen eines gewissen Verhaltens be- oder sogar abwerten?
„Das Handy ist nun mal unsere Art verbunden zu sein“
Der erlebte Alltag von jungen Menschen lässt sich nicht mehr nur auf den analogen Lebensraum begrenzen. In den vergangenen Jahren – noch einmal verstärkt durch die Corona-Pandemie – hat sich der Lebensraum der Jugendlichen immer weiter auf den digitalen Raum und somit ins Internet ausgeweitet. Das Bedürfnis nach Verbundenheit, welches jeder Mensch in sich trägt, ist jedoch dasselbe geblieben. Besonders im ländlichen Raum bringt die digitale Vernetzung die Möglichkeit mit sich, einfach Kontakt zu halten und sich mit der Clique auszutauschen. Auch wenn der räumliche Abstand auf dem Land oft groß ist, können sich Jugendliche – und Menschen generell – heutzutage über neue Techniken verbunden fühlen.
Hier der Youtube-Link zu Film der Kampagne "die Jugend von heute..."
Bei Fragen, Anliegen und Problemen kannst Du/können Sie sich gerne unter 05531 981558, 0176 21486235 oder über rentziehausen.julia@holzminden.de melden.



