Heizenergie sparen
Nicht investive Möglichkeiten um Heizenergie zu sparen:
Hier finden Sie Informationen wie Sie Heizenergie sparen ohne zu investieren. Beschäftigen Sie sich mit den Reglereinstellungen.
Vielleicht ist es sogar möglich, dass Sie ihr Heizverhalten ändern.
Heizenergieeinsparung durch Optimierung der Heizkurve
Einleitung
Stellen Sie sich ein Auto vor. Mit dem Gaspedal regeln Sie die Leistung die das Fahrzeug abgibt. Der vorausschauende und energiebewusste Fahrer wird immer nur so viel Gas geben, wie benötigt wird. Bergauf wird er viel Gas geben (hohe Leistung abfordern) bergab weniger.
Wenn der Fahrer immer zu viel Gas gibt, wird er bei zu hoher Geschwindigkeit die Energie mit der Bremse vernichten müssen.
Ähnlich funktioniert Ihre Heizung mit einer Außenfühlersteuerung.
Wird es draußen kälter, so muss die Vorlauftemperatur erhöht werden, damit das Gebäude warm bleibt (Vergleich Auto: Mehr Gas bei Bergfahrt)
Wird es draußen wärmer, so wird die Vorlauftemperatur so weit abgesenkt, dass sich die gewünscht Temperatur einstellt (Talfahrt= weniger Gas)
Fast alle Heizungen haben die Heizkurve zu steil (stark) eingestellt.
Warum überhitzen Ihre Räume nicht?
Ganz einfach. Die Heizkörperthermostate regeln die Heizkörper beim Erreichen der gewünschten Raumtemperatur ab. (dies wirkt wie eine Bremse am Auto).
Vergleich zum Auto: Es wird zu viel Gas gegeben (Heizkennlinie zu steil), der Raumthermostat regelt die Raumtemperatur (Notbremse). Wenn Sie so die Geschwindigkeit beim Auto regeln würden, wäre Ihnen sofort klar, dass dies energieverschwendend ist.
Vorteile einer optimalen Heizkennlinie
- Durch geringere Vorlauftemperaturen muss der Wärmeerzeuger das Heizungswasser nicht so stark aufheizen
- Die Verteilverluste verringern sich
- Weil in der Folge der Rücklauf auch niedriger ist, können Brennwertgeräte besser kondensieren und den Brennwerteffekt besser nutzen
- Niedrigerer Verschleiß
- Der Energieverbrauch reduziert sich
- Wärmepumpen laufen effizienter
Ihre Heizung
So prüfen Sie, ob Ihre Heizkurve zu steil eingestellt ist:
Stellen Sie in der Heizperiode für 2 bis 4 Stunden alle Heizkörperthermostate auf 5.
Was passiert? Sind die Räume überhitzt?
Wenn ja, ist die Kennlinie zu steil eingestellt und sie haben Optimierungspotential und sollten Ihre Heizkennlinie optimieren.
Die Heizkurve beschreibt den mathematischen Zusammenhang zwischen der Außentemperatur und Vorlauftemperatur Ihrer Heizungsanlage. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, mit dem die Heizkörper durchströmt werden.
Jedes Gebäude ist ein Unikat und hat auf Grund seiner Gegebenheiten seine eigene Kennlinie, die im Regler einzustellen ist. Es gibt nur eine Kennlinie, die perfekt zu Ihrem Haus passt.
Diese gilt es einzustellen.
Sie sehen zwei rote Heizkurven. Die linke ist sehr steil, die rechte ist flach. Dazwischen gibt es noch eine Menge Heizkurven, die der Übersichtlichkeit halber nicht eingezeichnet sind.
Auf der X-Achse (waagerechte Achse) ist die Außentemperatur von +20°C bis
-20°C aufgetragen.
Auf der Y-Achse (senkrechte Achse) sehen Sie die Vorlauftemperatur von 0°C bis 60°C.
Die perfekte Heizkurve ist die, bei der die gewünschten Raumtemperaturen gerade so erreicht werden.
Wichtig: Nicht mehr und nicht weniger.
Aus diesem Grund kann der Installateur Ihnen auch nur dahingehend behilflich sein, dass er Ihnen die Funktion der Einstellung erklärt.
Wie soll er mitbekommen, wenn die Heizkurve zu flach eingestellt ist und in Folge dessen die Temperaturen nicht (mehr ganz) erreicht werden.
Aus diesem Grund sollten Sie sich unbedingt mit der Einstellung beschäftigen und die Heizkurve optimieren.
Wie optimieren Sie die Heizkurve?
Optimalerweise verändern Sie die Heizkurve in der Heizsaison bei Temperaturen von ca. +5°C und darunter. Es sollte ein trüber Tag sein, so dass die solaren Gewinne gering sind.
Senken Sie die Heizkennlinie ab und notieren Sie den Einstellungswert vor der Änderung. So ist es Ihnen immer möglich, auf die zuletzt funktionierende Einstellung zurück zu schalten.
Nachdem Sie die Kennlinie abgesenkt haben, warten Sie was passiert.
Da ein Gebäude viel Speichermasse hat, kann sich eine zu flache Heizkurve sehr zeitverzögert bemerkbar machen (Raumsollwert wird nicht mehr (ganz) erreicht).
Ist nach ein paar Tagen immer noch alles ok, seien Sie mutig und senken die Kennlinie etwas ab, notieren wieder die vorherige Einstellung und warten wieder ganz entspannt. Diesen Vorgang wiederholen Sie solange, bis die Raumtemperaturen nicht mehr erreicht wird. In diesem Fall haben Sie den optimalen Arbeitspunkt unterschritten.
Stellen Sie nun die zuletzt funktionierende Einstellung wieder ein und die Heizkurve ist optimal eingestellt.
Ihre Heizung arbeitet nun mit der perfekten Vorlauftemperatur.
Heizenergieeinsparung durch Temperturabsenkung
Eine Senkung der Gebäudetemperatur um 1°C spart 6% Energie. Analog dazu werden auch die CO2 Triebhausgasemissionen gesenkt.
Eine Raumtempratur von 20°C hat sich bewährt. Jeder Mensch hat jedoch ein anderes Temperaturempfinden.
Versuchen Sie, Ihre bisherige Temperatur abzusenken. Mit 1°C oder 2°C Absenkung ist schon viel erreicht.
Wohnen Sie in einem ungedämmten Altbau, so ist es sinnvoll sich nicht in der Nähe der kalten Außenwände zu befinden. Vielleicht ist es möglich die Sitzmöbel mehr zur Raummitte zu stellen, damit sich das Wärmeempfinden verbessert.
Die empfundene Raumtemperatur ist der Mittelwert aus Raumtemperatur und der Oberflächentemperatur der kalten Wand.
Je weiter Sie von der Wand weg sind, um so "angenehmer" wird die Tempertur empfunden. Vielleicht kann dadurch die Temperatur abgesenkt werden, was vorher als unangenehm enmpfunden wurde.
Eine entsprechende Kleidung (Pullover statt T-Shirt) und eine Decke auf dem Sofa können den Komfortverlust in der Regel kompensieren.
Heizenergieeinsparung durch Nachtabsenkung
Bei einer Nachtabsenkung wird die Raumtemperatur abgesenkt. Empfohlen wir eine Absenkung um 3°C bis 4°C. Achten Sie darauf, dass die Raüme nicht unterkühlen.
Je schlechter der Gebäudedämmstandard, desto mehr lohnt sich eine Absenkung.
Es kann auch über eine Absenkung am Tag nachgedacht werden, wenn die Bewohner länger nicht anwesend sind.
Die Einsparung während der Absenkphase ist höher, als die Wiederaufheizleistung am Ende der Absenkung.
Achten Sie darauf, die Absenkung rechtzeitig zu beenden, damit die Heizung Ihr Gebäude wieder aufheizen kann und die Temperaturen sich während Ihrer Anwesenheit wieder im Normalbereich befinden.
Eine Absenkung beim Einsatz einer Wärmepumpenanlage mit Heizstromtarif erscheint nicht sinnvoll, weil dann nachts auf den vergünstigsten Strom verzichtet wird.
Beim Einsatz einer Fußbodenheizung im Estrich erscheint es besser auf eine Nachtabsenkung zu verzichten. Hier sollte mit möglichst geringer Vorlauftemeperatur geheizt werden. Wenn sie eine eingestellte Nachtabsenkung
aussetzen und durchheizen, können Sie in der Regel die Heizkennlinie abseenken.
Zusammenfassung: Je besser das Haus gedämmt ist, desto weniger lohnt eine Nachtabsenkung. Die Absenkung der Vorlauftemperatur (Heizkurvenoptimierung) nicht vergessen.
Heizenergieeinsparung durch Optimierung der Warmwasserbereitung
Der Warmwasserverbrauch setzt sich zusammen aus:
1. Menge des benötigten Warmwassers, Verbrauchsverhalten
2. Verluste des Warmwassserspeichers und der Bereitstellung
Zu1:
Versuchen Sie die Warmwasserentnahme zu reduzieren. Z.B. duschen statt baden.
Reduzierung der Duschzeit.
Stellen sie die Dusche aus, wenn Sie sich einseifen.
Mit Sparduschköpfen und Durchlaufbegrenzern läßt sich der Wasserverbrauch und der energetische Aufwand des Warmwassers entsprechend reduzieren.
Lassen Sie das Wasser nicht "warmlaufen".
Tipp: Sollte dies nicht möglich sein, sollten Sie das Wasser auffangen, z.B. zum Blumen gießen.
Bei einem Einhebelmischer versuchen Sie immer den Hebel nach der Benutzung auf Kaltwasser (ganz nach rechts) zu stellen.
Begründung: Wenn Sie sich nur mal schnell die Hände waschen wollen und das Wasser in der Leitung kalt ist, wird es wahrscheinlich gerade etwas warm sein, wenn Sie mit dem Waschen fertig sind. Jeder Tropfen kaltes oder kühles Wasser aus der Warmwasserleitung war schon mal heiß.
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| Hebelmischer steht auf Warmwasser | Hebelmischer steht auf Kaltwasser |
Sensibilisieren Sie Ihre Kinder und die Personen in Ihrem Umfeld.
Zu 2:
Warmwasserspeicher stehen häufig in kalten Kellern und sind teilweise unzureichend gedämmt. Daraus resultieren erhöhte Abstrahlverluste.
Versuchen Sie den Speicher nachzudämmen.
Dämmen sie die Warmwasserleitung gemäß Gebäudeenergiegesetz mit einer 100% Dämmung, da wo es konstruktiv möglich ist.
Dämmen Sie die Leitungen bis auf die Tankdämmung (auch die Muffen und Verschraubungen). Fassen Sie doch mal solch eine Verschraubung an. Sie werden merken, wie heiß sie ist. Dies ist der Wärmeverlust, den die Heizung ausgleichen muss.
Gibt es bei der Warmwasserbereitung einen ECO Modus? Dann sollten Sie diesen aktivieren.
Gering investive Möglichkeiten um Heizenergie zu sparen:
Hier finden Sie Informationen wie Sie mit geringen Investitionen Ihre Heizung optimieren und Heizenergie einsparen können.
Erneuerung Thermostatkopf
Die Erneuerung alter Thermostatköpfe spart Energie. Mit zunehmenden Alter wird das Regelverhalten der Thermostatköpfe ungenauer. Dies verbraucht unnötig Energie.
Wenn die Thermostate bei Ihnen älter als 15 Jahre sind, wird der Austausch empfohlen.
Rohrisolierung
Wichtige Fakten:
Rohrdämmung ist günstig und amortisiert sich in einer Heizperiode
Das Gebäudeenergiegesetz schreibt die Rohrdämmung vor (GEG §69, 70 und 71)
Jeder Meter Dämmung lohnt sich
Je größer die Differenztemperatur zwischen Heizungsrohr ( Warmwasserleitung ) und der Umgebung, desto höher ist der Spareffekt
Fallbetrachtungen:
Wenn keinerlei Isolierung vorhanden ist, gehen pro laufendem Meter Rohr bis zu 260 kWh Energieverloren.
Eine lückenhafte oder fehlende Dämmung der Armaturen und Schieber verursacht Kosten von bis zu 30€ / Jahr (Annahme: 5 Schieber und 2 m ungedämmtes Rohr)
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert eine 100% Dämmung. Die Installtion einer 150% Dämmung spart zusätzlich. Der Mehraufwand ist gering.
Wartung der Anlage
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert im §60 die regelmäßige Wartung der Anlagenteile die für den Wirkungsgrad der Anlage relevant sind.
Lassen Sie noch vor der Heizsaison Ihre Anlage warten und überprüfen.
Die Einweisung durch den Techniker in den Umgang mit der Steuerung ist sinnvoll. Nur Sie wissen, wieviel Wärme Sie wirklich benötigen.
Eine gewartete und optimierte Anlage kann viel Energie einsparen.
Einbau von Hocheffizienzpumpen
Die Umwälzpumpe Ihrer Heizung fördert das heiße Wasser zu den Heizungen um die Wärme dort abzugeben. Häufig sind noch alte stufige Pumpen in den Heizungsanlagen verbaut. Eine Hocheffizienzpumpe hat einen extrem sparsamen Motor verbaut und kann auf wechselnde Betriebssituationen reagieren. Daraus resultiert einen Einsparung von bis zu 90%.
Die Investition rechnet sich schon nach ca. 2 bis 3 Jahren.
Benötigt eine 100 W Pumpe in einer Heizsaison 450 kWh elektrische Energie, so braucht eine Hocheffizienzpumpe unter gleichen Betriebsbedingungen nur ca. 50 kWh. Bei einem Stromspreis von 0,30 € / kWh spart dies im Jahr 120 €. Mit zunehmenden Strompreisen noch mehr.
Bei einem Stromverbrauch von 3500 kWh für ein Einfamileinhaus reduziert sich der Stromverbauch um ca. 11%
Hydraulischer Abgleich
Eine fehlender bzw. nicht durchgeführter hydraulischer Abgleich kann wie folgt erkannt werden:
1. Räume überhitzen
2. andere Räume werden nicht richtig warm, oder erst wenn gut versorgte Räume warm sind
3. Rauschen und Pfeiffen der Thermostatköpfe
Sollte mindestens ein Zustand in Ihrer Heizungsanlage zutreffen, so sollten Sie die Anlage hydraulisch abgleichen lassen.
Hierzu werden für jeden Raum die Heizlast ermittelt und die Heizkörpergrößen aufgenommen. Dann kann bestimmt werden, ob die Heizkörper groß genug sind.
Die Eckventile (unter den Thermostaten) müssen in der Regel gegen voreinstellbare getauscht werden. Dann können die Wassermengen bedarfsgerecht eingestellt werden. Die oben beschriebenen Probleme sind dann gelöst und Sie haben eine gut funktionierende, sparsame und geräuschlose Heizungsanlage.
Das Beste daran ist jedoch die Energieeinsparung.
Je nachdem wie schlecht Ihre Anlage eingestellt war, können sich Einsparungen zwischen 5% und bis zu 15% einstellen.
Investive Möglichkeiten hier: Heizungserneuerung
Erneuerung der Heizung
Es kommt der Tag an dem Sie ihre Heizung erneuern wollen oder müssen.
Dies ist die Chance die Weichen richtig zu stellen. Aus Umweltschutzgründen wird der Einsatz von Heizsystemen empfohlen, die regenerative Energien einsetzen. Diese könnten sein:
Holzhackschnitzelheizung
Holzpelletheizung
Wärmepumpenheizung
Welche Technik ist wo sinnvoll einzusetzen? Dies Frage ist nicht pauschal zu beantworten.
Haben Sie Lagerplatz für Pellets oder Hackschnitzel?
Benötigt Ihr Heizsystem hohe Vorlauftemperaturen?
Wenn es möglich ist, sollten die Heizsystemtemperaturen so stark wie es geht abgesenkt werden. Dies erreichen Sie durch die Optimierung der Anlage (hydraulischer Abgleich, Heizflächenvergrößerung, Absenkung der Heizkennlinie usw.).
Wenn Sie bei der Normaußentemperatur (in Holzminden -12,5°C) mit Vorlauftemperaturen von maximal 45 bis 50°C Ihr Haus beheizen können, kann eine Wärmepume (WP) sinnvoll eingesetzt werden. Alle energetischen Sanierungsmaßnahmen bringen Sie diesem Ziel näher. Je niedriger die Vorlauftemperatur ist, um so besser und effizienter kann die Wärmepumpe arbeiten.
Sollte Ihr Haus höhere Vorlauftemperaturen benötigen, könnten Hackschnitzel- und Pelletanlagen die richtige Wahl sein.
Tipp: Lassen Sie prüfen, ob mit gering investiven Sanierungen an der Gebäudehülle (Dämmung der obersten Geschussdecke und der Kellerdecke, Optimierung der Fensterdichtungen usw.) die Temperaturen abgesenkt werden können.
Pelletanlagen und Wärmepumpen werden gefördert. Das BAFA (www.bafa.de) fördert die Erneuerung der Heizung mit 30% der förderfähigen Kosten.
Der Förderantrag ist vor der Beauftragung zu stellen.
