Holzmindens Stadtgeschichte in 3 Minuten
© Stadtarchiv Holzminden
Die erste Erwähnung Holzmindens im 9. Jahrhundert dürfte sich auf den heutigen Ortsteil Altendorf beziehen. Um 1200 bauten die Grafen von Everstein am Ufer der Weser eine Burg und gründeten vor dieser eine Stadt, deren Rechte sie 1245 in einer ausführlichen Urkunde bestätigten. Noch heute zeugen die regelmäßig angelegten Straßenzüge der Altstadt davon, dass Holzminden eine Gründungsstadt ist.
Mehrfach wurde die Stadt im Spätmittelalter verpfändet, so dass die Stadtherren wechselten. Seit dem frühen 16. Jahrhundert gehörte sie der Wolfenbütteler Linie des Welfenhauses und war somit eine fern der politischen Zentren gelegene Grenzstadt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie weitgehend zerstört.
Der absolutistische Landesausbau im 18. Jahrhundert brachte einen gewissen Aufschwung. Ein Eisenwerk entstand, der Handel mit Sollingsandstein wuchs kräftig an, die Amelungsborner Klosterschule wurde nach Holzminden verlegt, für die Verwaltung des Weserdistrikts wurde die Stadt zunehmend von Bedeutung. So wurde sie 1832 Sitz einer Kreisdirektion, auf welche der heutige Landkreis Holzminden zurückzuführen ist.
Dem Wachstum der Verwaltung im Bauwesen verdankt die im Winter 1831/32 gegründete Baugewerkschule ihre Entstehung. Von ihr führt eine direkte Linie zur heutigen Standortfakultät der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen, die Holzminden zur Hochschulstadt macht.
Auf dem wirtschaftlichen Sektor profitierte Holzminden vom Anschluss an das Eisenbahnnetz 1865. Wenige Jahre später bildete die Entdeckung des Vanillins (Vanillearoma) die Basis für den Aufbau einer chemischen Fabrik, welche zum Kern der heutigen Firma Symrise wurde. Letztere macht Holzminden zum Sitz eines der weltgrößten Unternehmen im Bereich der Riech- und Geschmacksstoffe.
Infolge des Zweiten Weltkrieges siedelte die Firma Stiebel Eltron aus Berlin nach Holzminden über, die heute maßgeblich im Bereich der umweltschonenden und effizienten Haustechnik tätig ist und zu den größten Arbeitgebern der Stadt gehört.
Mit der Eingemeindung der Ortschaften im westlichen Solling wuchs Holzmindens Bedeutung im touristischen Bereich.
Holzminden wurde und wird mit verschiedenen Charakterisierungen belegt: „Stadt der Düfte und Aromen“, Schulstadt, Garnisonstadt, „Weser-Solling-Stadt“ … Jeder dieser Bereiche hat seine Bedeutung für die Geschichte der Stadt, worauf in der Kürze hier nicht näher eingegangen werden kann. Wer sich intensiver für die Stadtgeschichte interessiert, sei auf die Literatur verwiesen. Für spezielle Fragen steht das Stadtarchiv zur Verfügung.